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    Bauwoche 25/2024

Frank Schauer berichtet tagesaktuell

Neu:  Rainer Köhler berichtet

 


Zusatzartikel:     IM 300-METERTAKT VORAN:

"Jährlicher Gleisumbau an der Furka-Bergstrecke"

       Von Manfred Willi, ehem. stellvertretender Leiter Bahntechnik, Abteilung Bau DFB AG


 

Bauwoche 25 im Juni 2024:

Die Sektion Rhein-Main ist in diesem Jahr mit 5 Mitgliedern an der Furka tätig.

 


 Neu:   >> Rainers Bericht:   2024 Bauwoche 25 Rainer Köhler


 

 Hier der Bericht und Bilder von Frank Schauer:

"Hier einige Infos vom 1. Tag.       Nach der Einweisung gestern Abend in Realp wussten wir ungefähr, was diese Woche zu tun ist.

Da ich in Oberwald wohne, habe ich vormittags geholfen, die Geländer an der Station zu stellen und zu erden. Mittags wurde ich dann abgeholt und wir sind nach Muttbach und in den Scheiteltunnel. Dort waren Hans-Peter Weimer, Bernhard Hauck und Chrigel Giger mit dem Stopfen und Verdichten des neuen Gleisstücks beschäftigt. Das haben wir dann gemeinsam zu Ende gebracht.

Währenddessen hat Rainer Köhler beim Bau der Wasserleitung Gletsch unterstützt, ebenso der Kollege Martin von Hassel aus Kempen (NRW).

Morgen geht’s wieder an diese Baustellen. Ich denke, Rainer schickt dir ebenfalls noch einige Details.

Daneben laufen noch viele Einzelmaßnahmen (z.B. Weg nach Muttbach ausbessern, Steine wegräumen). Am Donnerstag ist Eröffnung, wie ich hörte, aber zunächst von/bis Gletsch, da im unteren Abschnitt (auf der Walliser Seite, Anm. der Red.)  noch ein Schaden an der Strecke behoben werden muss."

Viele Grüße
Frank

Auf dem Weg nach Muttbach      Foto Frank Schauer

 

Foto Tobias Hardmeier

40m Gleisumbau im Scheiteltunnel


Tag 2,     Frank Schauer schreibt:

"ich nehme es gleich vorweg: Heute waren wir zunächst nicht erfolgreich. Unsere Baustelle im Tunnel mussten wir nach Materialversagen wieder verlassen. Wir wollten die provisorischen Schienenverbindungen mit Schraubzwingen durch die üblichen Laschenverschraubungen ersetzen. Dazu mussten an den Schienenstößen Löcher in die Schienen gebohrt werden.

Wir sind dann nach Gletsch, um die anderen zu unterstützen. (....)

Zwischenzeitlich habe ich mich um die Wasserversorgung der Station Gletsch gekümmert: den Wasserdruckregler gereinigt, alle Versorgungsstellen entlüftet und den Boiler aktiviert. Chrigel gab mir den Auftrag, da es wohl immer Druckschwankungen gibt und stellenweise kein Wasser aus den Hähnen läuft. Genau das passierte, gerade als ich fertig war und die letzte Zapfstelle kontrollierte: Kein Wasser kam aus den Hähnen, obwohl die Hauptleitung unter Druck stand. Das ärgert mich: Ich werde mich - wenn Zeit ist - nochmal daran wagen.

Dann haben wir geholfen, den neuen Graben für die Wasserversorgung von Gletsch zu entwässern, was nur mit einer starken Tauchpumpe gelang. Hier ist soviel Wasser im Erdreich…"

 

Fotos von Frank Schauer:
Anfahrt Muttbach


Werkzeug aufladen und rein in den Tunnel

Zweitakter-Bohrmaschine starten

 

Schienenbefestigung aufschrauben


Bohren - und zack, Bohrer gebrochen.

Schablonen passten nicht zum verlegten Gleis.


 

Tag 3  Frank Schauer berichtet:

"Heute meinte es die Sonne wieder gut: bei herrlichem Wetter haben wir die verschiedenen Baustellen weiter voran gebracht. Es ist durchaus Druck vorhanden: Morgen sollen die ersten Züge rollen - und wenn sie mit Dampf fahren sollen, braucht es Wasser an den Wasserkränen in Gletsch.

Die Leitung war bis gegen 17:30 weitgehend fertig, auch die Weber-Grill-Station ist nun versorgt. Interessant die Technik der Leitungsverbindung: Die Rohrenden werden von der blauen Schutzhülle befreit und geschält. In der Muffe sind Drähte eingearbeitet und es gibt zwei Kontakte nach außen. Ist alles zusammen gesteckt, wird fixiert und dann Strom auf die Kontakte gegeben. Dann erhitzt sich das ganze auf 240° C und verbindet die Rohre. 16 bar Druck haben wir nach Öffnen der Absperrventile.

Ich habe mich mit Chrigel noch einmal der Wasserversorgung in der Station Gletsch angenommen. Der Boiler heizte nicht, da jemand vorm Winter die Sicherungen herausgeschraubt hatte. Sand verstopfte den Druckregler und nach dem Reinigen bekamen wir das Teil nicht mehr dicht. Neue Dichtungen: Fehlanzeige. Mit viel Gefühl war es nach einer halben Stunde dann doch geschafft: Druckprobe positiv. Dann habe ich noch schnell die Siebe aller Wasserhähne gereinigt und feucht durchgewischt. Station Gletsch: ✅

Nach der Mittagspause haben wir den Schachtdeckel an der Wasserfassung 2 angebracht und zwei Entwässerungsbohrungen gesetzt. Die Öffnung talseits hat Chrigel zugemauert, die bergseitige sollte noch offen bleiben. Ich habe die Steine auf die benötigte Größe zugehauen, so muss nur noch gemörtelt werden.

Ein Bauzug brachte Schotter für das Geleise an der notsanierten Stützmauer bei km 46,5.

Morgen geht’s dann zum Brückentrog Mässweid in Richtung Oberwald."

 

Fotos von Frank Schauer:
 Gesamte Baustelle „Wasserversorgung Gletsch“


Bohrkern des Schachts Wasserfassung 2


Baustelle Wasserversorgung von der Strecke aus gesehen


Schotterzug


Schälen des Rohrs



Die Muffe wird per Strom erhitzt und stellt die druckfeste Verbindung her.


Leitung ist fertiggestellt.


 

Tag 4  Frank Schauer berichtet in Wort und Bild:

"Seit gestern Abend meint es das Wetter nicht mehr so gut. Der Vormittag war noch halbwegs trocken, während es nachmittags immer wieder regnete. Für morgen ist Dauerregen angesagt.
Die Aufgabenverteilung heute sah vor, dass ich den Schacht zumauere, während Rainer und Martín beim Verfüllen des Grabens unterstützen. Peter und Bernhard halfen heute wieder auf Seite Realp.
Die Rohrleitung hatte sich beim Abkühlen über Nacht um gut 5 cm verschoben. Die gestern zugemauerte Talseite des Schachts wies Risse auf. Die Steine, die ich gestern zugehauen hatte, passten nicht mehr und ich musste nacharbeiten. Aber 11:30 hatte ich es dann geschafft.


Währenddessen wurde unten ein weiterer Schacht für den Absperrschieber gesetzt und mit Stampfbeton fixiert.


Dann kam der erste Dampfzug der Saison mit Schweizer Gruppenreisenden fast voll besetzt. Geführt von der ehemaligen Vietnam-Lok 704.




Ab zum Mittagessen in der Remise

 
Schilder an der 704

 

Nach dem Mittagessen haben wir Tanzstunde mit Frau Wacker-Neuson, von Beruf Dumper. Wird man übermütig oder passt nicht auf, übernimmt Sie die Führung. Rainer und Martin machen das gut. Ich teste das natürlich ebenfalls.

Dann kommt der Regen, Kurt arbeitet unermüdlich mit dem Bagger am Verfüllen des Grabens, während wir Steine wegräumen und die Grassoden wieder auflegen. Anschließend werden sie verdichtet, um besser wieder anzuwachsen.

Im Regen läuft der Nachmittags-Dampfzug ein, geführt von der F.O. 4. Der Zug bleibt in Gletsch, um morgen vormittag Richtung Furkapass zu starten.
Dank unseres Einsatzes hat das Zugspersonal warmes Wasser zum Duschen und die Loks können Wasser fassen


Schnell wird noch aufgeräumt, denn der Autozug um 17:30 muss noch erreicht werden."

Bis morgen Abend, viele Grüße

 


 

Tag 5   Letzter Arbeitstag

"Heute nacht kam er dann, der große Regen. Zunächst blieb am Morgen der Autozug mit dem VW-Bulli im Tunnel stecken - Stromausfall.

Das bescherte mir in Oberwald einen Kaffee im Hotel Furka, bevor es mit ca. 45 min. Verspätung nach Gletsch ging.



Rainer und Martin waren heute gesundheitlich angeschlagen und blieben in Realp.

So haben Christoph, Rafael, Kurt, Ueli und ich unser aller Werk in Gletsch vollendet.

 

Die Furkapassstraße war kurz geöffnet und wurde wegen Lawinenabgang auf der Urner Seite für Busse, Wohnmobile und LKW wieder für eine Stunde gesperrt.

Bei der Verkehrsweisung haben wir kurzfristig die Kollegen des Straßenbauamts unterstützt - es war nämlich keiner vor Ort 🙃.

Zwischenzeitlich habe ich mit Christoph noch schnell eine Toilettentür in der Station Gletsch repariert.

Danach haben wir die neue Wasserleitung zunächst mit großen Steinen talseitig geschützt.

Kurt brachte diese mit dem Bagger direkt an die Strecke, wir haben sie gesetzt und stabilisiert:

Mit Sand haben wir dann die Wasserleitung geschützt und mit Trassenband kenntlich gemacht:

Die komplette Baustelle vom Geleise aus gesehen.    Der Graben wurde gestern noch geschlossen.

Den restlichen Aushub vom Kabelgraben hat Kurt mit dem Bagger an die Böschung gebracht und dort verdichtet.

Unten ist - bis auf die Rad- und Kettenspuren - fast nichts mehr von den Arbeiten zu sehen.

Als fast alles aufgeräumt war, ging dann noch Kurts Bagger kaputt - ein Hydraulikzylinder am Baggerarm gab seinen Geist auf.

Der wurde dann noch im strömenden Gewitterregen demontiert.


Zur Mittagspause stand auch der Dampfzug wieder bereit.

Die Rhône führt viel Wasser, weiter unten im Wallis ist akute Hochwassergefahr. Zermatt ist aktuell nur noch mit dem Helikopter erreichbar.

Abfahrt des Dampfzugs um 14:20 Uhr


So endet eine arbeitsreiche Bauwoche 25/2024 mit einigen Erfolgen. An der Brücke Mässweid haben wir nicht mehr gearbeitet.

So bleibt bis auf weiteres der Bus-Ersatzverkehr bestehen."

Quelle: Emails von Frank Schauer mit Berichten und Fotos

                                                                    

 

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